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Reiseziel
Argentinien


Wenn das Wort Argentinien fällt, hört man viel über Tango und Gauchos, obwohl für zahlreiche Reisende die argentinische Natur und deren Schauspiele die Hauptattraktion darstellen.

Mit tropischen Urwäldern und turmhohen Gletscherzungen, 100 Kilometer langen Sandstränden und den höchsten Bergen außerhalb des Himalaya, hier fehlt es an keiner Klimazone.
Von den Wüsten im Norden zur Kordilliere im Südwesten, von den tropischen Iguazú-Fällen im nördlichen Länderdreieck zur überwältigenden Einsamkeit des endlosen Patagoniens, Feuerlands und der Antarktis - Kein anderes Land der Erde ist derart gesegnet mit solch atemberaubender und vielfältiger Geografie.

Mit der Hauptstadt Buenos Aires, das als "Paris des Südens" seit Ende letzten Jahrhunderts die europäische Fantasie beflügelt, durch deren Zentrum man heute auch nachts unbekümmerter schlendern kann als durch fast alle anderen Großstädte des Kontinents.

Eines der herausragenden Merkmale der überwiegend aus europäischen Immigranten bestehenden Bevölkerung ist die Erhaltung europäischer Kultur seit der Auswanderung in die neue Welt.
Europäer, Amerikaner und Angelsachsen können daher praktisch unerkannt durch Argentinien reisen, und sollte ein Interesse in Sachen Fußball bestehen, so kann man sich ganz und gar als Einheimischer fühlen.

 

 

 

 

 


Geografie


Argentinien bildet die östliche Hälfte der sich nach Süden verjüngenden, unteren Hälfte Südamerikas.
Das achtgrößte Land der Erde, das zweitgrößte in Südamerika, mit gerade 34 Millionen Einwohnern -
0,6 Prozent des Planeten.


Es grenzt im Westen an Chile, getrennt durch die Anden-Kordilliere; im Norden und Osten an Uruguay, Paraguay und Brasilien, getrennt durch Flüsse; im äußersten Süden teilt Argentinien die Insel Feuerland mit Chile, und im Südatlantik beansprucht Argentinien die Malwinen-Inseln ("Falklands"), welche durch Großbritannien im letzten Jahrhundert besetzt wurden.

Argentiniens Topografie variiert mit Breitengrad und Höhe ü.d. Meeresspiegel und ist äußerst vielfaltig.
Man kann das Land grob in vier physiografische Hauptregionen einteilen:

die Anden im Nordwesten: Weinberge im Voralpenland, Obst, Pfefferminz, Anis, feuchte und trockene Hochländer, Skifahren, Gletscher, Angeln, Thermalbäder, Sechstausender (Aconcagua), wandern und bergsteigen, Zugfahrt in die Wolken, Indianerfeste, aktive Vulkane, Salzseen und Bergwüsten, Dörfer aus kolonialer und vorspanischer Zeit, Gebirgsstraßen bis 3300m Höhe, Sandsteincanyons

das Flachland im Norden: tropische Regenwälder; das meistbesuchte Naturschauspiel Südamerikas, die Iguazú-Wasserfälle; Wandern, Reiten und Mountainbiking, Sportfischen, Vogelparadiese, Sumpf- und Lagunenlandschaft, Alligatoren, Affen, Wasserschweine, Boas, Tukane, Schmetterlinge, Jesuitenruinen

die zentrale Pampa und Sierras: luxuriöse estancias der Rinderbarone, Poloranches, einsame Strände am Atlantik; Bergdörfer in den Sierras de Cordoba; weitgehend ebene Vieh- und Kornkammer Argentiniens so groß wie Polen; im Süden die "Strandburgen" Mar del Plata, Pinamar und Villa Gesell der Argentinier auf Sommerurlaub (Dezember bis März)

Patagonien: mit Steppen, Seen, Gletschern und Kordillieren doppelt so groß wie Deutschland, weniger Bewohner als Hamburg; Sommer und Wintertourismus; Schafzucht (Benetton bekommt 10% seiner Wolle von hier), Sommerfrische in der "argentinischen Schweiz"; Buckelwale beim paaren; Wandern, Angeln, Jagen, Reiten, Segeln, Mountainbiking, Ski und Snowboard, Drachenfliegen, Paragliding, Golfen, Rafting, Trekking, Rafting, Jeep-Touren, Klettern, Skysurfen und Ganzeinfachnichtstun

                                


Klima


Argentiniens Klima reicht von subtropisch im Norden zur feuchten Pampa im Zentrum und kaltem, arktischem Klima im Süden. Die Anden haben unregelmäßige Niederschläge, Überschwemmungen im Sommer, glühende Hitze, Schnee in höheren Lagen und den Zonda - ein heißer, trockener Wind. Das Tiefland erhältz genügend Regen für sumpfige Wälder und Hochlandsavannen, doch nehmen die Niederschläge von Osten nach Westen ab, flache Sommerüberflutungen sind nicht ungewöhnlich. Die winterliche Trockenzeit ist ausgeprägt und die Sommerhitze kann brutal sein. Die flache Pampa ist ebenso Überschwemmungen ausgesetzt; Patagonien ist ganzjährig mild im Osten und glazial im Süden.

Zweiundzwanzig Nationalparks schützen große Gebiete dieser unterschiedlichen Klimazonen und erhalten Pflanzen und Tiere, viele davon einzigartig, wie Yacaré (Kaiman), Puma, Guanaco (ein Flachland-Vetter der Hochanden-Version, dem Lama), Rhea (ähnlich dem Strauß), Kondor, Flamingo, Meeressäuger wie See-Elefanten und Buckelwale, sowie ungewöhnliche Seevögel wie der Magellan-Pinguin.
Ebenso geschützt sind Dornenwälder, jungfräuliche Regenwälder, blütende Kakteen und ausgedehnte Araukarien-
und Buchenwälder.

           


Aktivitäten, Sport und Abenteuer

Ein Beispiel der überwiegend italienischen Herkunft ist die Bedeutung des Fußball, mit weitem Abstand die beliebteste Sportart, als Zuschauer und als aktiv betriebener Volkssport.
Argentinien ist für Sport und "outdoors" Aktivitäten aller Art bestens geeignet, denn die Geografie ist nicht nur sehr vielfältig sondern auch noch extrem ausgedehnt. Mountainbiking, trekking, kayaking und rafting, para- und deltagliding, Windsurf, Fallschirmspringen/Skysurfing, Segeln und Segelfliegen, Motocross, Rallye - dies sind nur die neuen "in" oder Extrem-Sportarten.
Elitesport wie Rugby, Polo und Powerboating verdeutlicht die europäische Herkunft der argentinischen Gesellschaft, und in Sachen Sport gibt es keinen Yankee-Einfluß wie etwa in Mexico, denn hier wird weder american football noch baseball gespielt, und basketball und Michael Jordan sind nicht populärer als anderswo auf der Welt.
Argentinien hat sehr gute Skigebiete, und viele bieten Skikurse an. Es gibt mehrere Regionen um Ski zu fahren (Snowboard ist auch sehr beliebt geworden): im südlichen Cuyo, in der Seenregion um Bariloche, La Hoya und in der Nähe von Ushuaia (Tierra del Fuego), am Südzipfel der Erde.
Wildnis-Wanderungen sind beliebt, mit ausgedehnten treks in den Anden, Sierras de Cordoba, Patagonien und Sierra de la Ventana in der Provinz Buenos Aires.
Für Bergsteiger wartet der Aconcagua, die Fitz Roy Kette im Nationalpark Los Glaciares in der Provinz Santa Cruz (höchster Schwierigkeitsgrad der Welt) sowie die Sierra de la Ventana.
Wildwasser-rafting (abgesehen vom traditionellen Kayak) wird immer beliebter und bekannter, und die besten Flüsse sind diejenigen, welche die Anden herabstürzen: Rio Mendoza und Rio Diamante in der Cuyo Region, Rio Hua Hum und Rio Meliquina bei San Martin de los Andes und der Rio Limay und Rio Manso bei Bariloche.

                    


Kultur

Argentinien ist ohne Zweifel in Sachen Kunst, Architektur und allgemeiner Lebenseinstellung von der europäischen Kultur geprägt, jedoch hat die argentinische Literatur herausragende Schriftsteller wie Borges, Cortázar und Sábato vorzuweisen, einer der wenigen Fälle von gegenseitiger Befruchtung.
Die argentinische Elite wurde schon vor Generationen zur Ausbildung nach Europa geschickt, und besonders in Buenos Aires bemerkt man die allgegenwärtige Assimilation des Europäischen. Mehrere wichtige Galerien und Museen, eine historisch lebhafte Theaterszene und wachsende Kino- und TV Produktionen machen aus Buenos Aires die schon letztes
Jahrhundert als "Paris Amerikas" beschriebene Stadt.
Die vielleicht bekannteste Form argentinischer Kultur ist der Tango, ein Tanz, der die Romantiker der Welt anzieht. Astor Piazolla hat zahlreiche Fans außerhalb Argentiniens. Folklore ist ebenso populär, neuester Trend ist die von Bolivien und Peru eingeführte "cumbia".

                                         


Argentinische Küche

Fleisch heißt in Argentinien Rindfleisch, und gegrillt heißt über dem Feuer aus Kohle oder aromatischem Hartholz. Bei der "parrillada" wird so gut wie jeder Teil des Tiers serviert, und es gibt auf der Welt einfach kein besseres "asado" als in Argentinien.
Dies ist für Vegetarier natürlich ein Alptraum, aber glücklicherweise ist Argentiniens Küche stark von Italien geprägt, und so ist hier die gesamte Pasta-Familie anzutreffen.
Besonders muß hier das Speiseeis ("helado") Argentiniens erwähnt werden, köstlich, im ewig langen Sommer Argentiniens allgegenwärtig und ebenfalls ein Einfluß Italiens.
Mate, eine Art Tee und äußerst beliebt, ist mehr als nur ein anregendes Getränk (und was für eins!) - man versammelt sich um den Mate, welcher immer wieder heiß aufgegossen und herumgereicht wird, um zu klatschen, erzählen, planen, kommentieren. Mate ist für Argentinier nicht wegzudenken, und die Glücklichen,
die zur letzten Fußballweltmeisterschaft nach Frankreich reisten, deckten sich für ihren Aufenthalt fern von jeder baldigen Neuversorgung gehörig ein.


Wann reisen

Für diejenigen mit Wohnsitz in der nördlichen Hemisphäre bietet Argentinien die Möglichkeit von zwei Sommern in einem Jahr, obwohl die große geografische Vielfalt und die große Nord-Süd Ausdehnung einen Besuch des Landes zu jeder Jahreszeit zu einem Erlebnis macht.
Die Iguazú-Fälle im Norden besucht man wegen der Hitze und Feuchtigkeit besser nicht im hiesigen Sommer (Dezember-März), während in Südpatagonien im hiesigen Winter (Juni-August) der Moreno-Gletscher einfach zu kalt zum bestaunen ist, besser ist da schon Skifahren um Bariloche oder San Martin de los Andes herum.


                                                                       
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